Ein Priester breitet die Haende zur Orantenhaltung aus und betet das Tagesgebet vor

Gottesdienstformen

Oration (Gebet)

Gemeinsames Gebet der versammelten Gemeinde

Foto: Peter Weidemann, in: Pfarrbriefservice.de

Orationen sind die kurzen, formelhaften Gebete der Liturgie: Tagesgebet, Gabengebet und Schlussgebet gliedern die Messfeier und fassen jeweils das Anliegen der Gemeinde vor Gott in prägnante Worte. Meist an Gott Vater gerichtet, werden Orationen mit einer trinitarischen Schlussformel abgeschlossen, die Christus als Vermittler des Gebets („durch Jesus Christus“) in Einheit mit dem Heiligen Geist anruft. Ihre klare, oft jahrhundertealte Sprache verdichtet zentrale Themen des jeweiligen Tages, Festes oder der liturgischen Zeit. Als Gebet des Vorstehers im Namen der ganzen versammelten Gemeinde bündeln Orationen persönliches und gemeinschaftliches Beten.

Die klassischen Strukturelemente einer Oration sind:

  1. Gebetseinladung
  2. Gebet aller Versammelten in Stille
  3. Gebetsanrede (Anaklese)
  4. Erinnerung an Gottes vergangene Heilstaten (Anamnese)
  5. Bitte an Gott (Epiklese)
  6. Mittlerformel / rühmender Gebetsabschluss (Doxologie)
  7. Zustimmung der Gemeinde mit dem Amen (Akklamation)

Lexikonartikel

Videos