Bild Deutsches Liturgisches Institut

Kirchenraum

Liturgische Bücher

Rollenbücher für die verschiedenen liturgischen Dienste

Foto: Dominik Bodenstein, Trier

Liturgische Bücher enthalten die verbindlichen (authentischen) Vorgaben für die Feier der Gottesdienste: Texte der Lesungen, Gebete und Gesänge und Vorgaben für Strukturen, Abläufe und einzelne Anweisungen zum Vollzug (Rubriken). Grundlegend – und dies soll auch in der besonders würdigen Gestalt der Bücher zum Ausdruck kommen – ist die Heilige Schrift. Die biblischen Texte finden sich in Lektionar und Evangeliar.

Im Zuge der Liturgiereform des 2. Vatikanischen Konzils etablierte sich die Feier der Liturgie in der jeweiligen Landessprache. So wurden nach dem Erscheinen der lateinischen Modellbücher („editio typica“) in den einzelnen Ländern und Sprachgebieten die muttersprachlichen Ausgaben erarbeitet. Die lateinischen Vorlagen wurden im Auftrag der Bischofskonferenzen in die Landessprache übersetzt und an die jeweiligen ortskirchlichen Gegebenheiten angepasst. Die muttersprachlichen Ausgaben der liturgischen Bücher sind durch die jeweils zuständigen Bischofskonferenzen approbiert und von der Kongregation für die Sakramente und den Gottesdienst konfirmiert.

Die deutschsprachigen liturgischen Bücher wurden nicht nur für ein Land oder eine Region, sondern für das gesamte deutsche Sprachgebiet erarbeitet. Neben den Ländern Deutschland, Österreich und Schweiz übernahmen ebenfalls angrenzende Bistümer mit deutschsprachigen Bevölkerungsanteilen die liturgischen Bücher (Lüttich, Luxemburg, Straßburg, Metz, Bozen-Brixen).

Liturgische Bücher wie Lektionar, Evangeliar, Messbuch oder Stundenbuch enthalten die Texte, nach denen die Kirche betet und feiert. Sie sind nicht nur Gebrauchsgegenstände, sondern selbst Zeichen der Ehrfurcht vor dem Wort Gottes und der überlieferten Tradition des Betens. Ihre würdige Gestaltung, ihr sachgerechter Gebrauch und ihre Aufbewahrung im Kirchenraum gehören zu den grundlegenden Aufgaben liturgischer Praxis.

Lexikonartikel