
Foto: Marco Benini, Trier
Der Altar ist der Ort der Danksagung (griech. eucharistía). In seiner Grundform ist der Altar ein Tisch, um den sich die Gemeinde zum Mahl versammelt. Über die Jahrhunderte wandelten sich immer wieder Form und Symbolik. So kann der steinerne „Tisch des Herrn“, der sich vom 4. Jahrhundert an allmählich durchsetzte, in Anlehnung an das Bibelwort von Christus als dem Fels oder Eckstein (vgl. 1 Kor 10,4; Apg 4,11; 1 Petr 2,4.6-8) als Christussymbol begriffen werden.
In dieser Hinsicht kommt dem Altar eine besondere Verehrung zu, die sich nicht nur im Ritus der Altarweihe zeigt (Chrisamsalbung, Entzünden von Weihrauch an fünf Stellen der Altarmensa), sondern auch in jeder Messfeier durch den Altarkuss zu Beginn und am Ende. Durch die Betonung des Opfercharakters der Eucharistie wird der „heilige Tisch“ auch Altar genannt, denn in der Messfeier wird auf dem Altar das Kreuzesopfer unter sakramentalen Zeichen gegenwärtig. Der Begriff „Altar“ ist von lat. adolere = verbrennen abgeleitet und weist hin auf die auch alttestamentlich erwähnte Praxis der Brand- und Rauchopferaltäre.
Starken Einfluss auf die Gestalt des Altares hatte auch der Reliquienkult. Schließlich betrachtete man Reliquien als notwendigen Bestandteil eines Altars. Block- und Kastenaltäre, in denen Reliquien beigesetzt wurden, verschoben die Symbolik des Altars zur Grabstätte hin.
Ausgehend von einer Kreuzigungsdarstellung auf der Altarmensa setzte sich seit dem Hochmittelalter zudem das Altarbild als Retabel also als Altaraufsatz durch. Dies wurde möglich durch die Versetzung der Altäre in die Apsis bzw. in Nischen und an Säulen und andere Stützen. Die Dominanz im Raum und die oft hohe künstlerische Qualität der Altarretabel führten dazu, dass sie oft selbst als Altar bezeichnet werden.
Die nachkonziliare Neuordnung der Liturgie sieht den Altar wieder als die Mitte der Versammlung um Jesus Christus: „Für gewöhnlich soll eine Kirche einen feststehenden, geweihten Altar haben, der frei steht, damit man ihn ohne Schwierigkeiten umschreiten, und an ihm, der Gemeinde zugewandt, die Messe feiern kann. Er soll so aufgestellt sein, dass er wirklich den Mittelpunkt des Raumes bildet, dem sich die Aufmerksamkeit der ganzen Gemeinde von selbst zuwendet.“ (AEM 262; vgl. Liturgie und Bild, Arbeitshilfen 132).




